Übertätowierungen - Cover up
So manch einer hat ein altes oder schlecht gemachtes Tattoo. Eine „Jugendsünde“ wie z.B. den Namen der Verflossenen, Symbole oder andere Motive mit denen man sich nicht mehr identifizieren kann. Oder einfach ein zu klein gewähltes Motiv, das nicht auf den Körper angepasst ist und somit keine gute Wirkung hat oder schlichtweg so verwachsen ist, dass ein Aufarbeiten nicht unbedingt sinnvoll ist.
Da bietet sich der Weg eines Cover ups, also einer Übertätowierung an.
Übertätowierungen können dennoch teurer sein als ein neues Motiv, da sie meistens viel aufwändiger sind. Eine Übertätowierung muss jedenfalls grösser sein als das zu überdeckende Tattoomotiv, da das neue Motiv in den meisten Fällen dunkler werden muss, um das darunter liegende verschwinden zu lassen; man kann keinen kleinen dunklen Fleck mit einem weiteren dunklen Fleck überdecken und erwarten, dass dann daraus ein ansehnliches Bild wird. Je grösser also das abzudeckende Motiv ist, desto mehr Spielraum hat man auch, in das Motiv möglichst helle Bereiche einzubauen. Auch wenn das teilweise behauptet wird, ist es definitiv nicht möglich, dauerhaft dunkle Farben mit hellen zu überdecken. In den ersten Monaten sieht das alles sehr schön aus, doch nach einiger Zeit wird das alte Motiv unter dem neuen wieder zum Vorschein kommen – auch wenn man 10 Mal mit heller Farbe drübersticht! Man kann alte Farben (bedingt) aufhellen, somit die Farbbrillanz wiederherstellen, man muss aber die vorhandenen Farben beim Anlegen des neuen Motivs berücksichtigen und mit einbauen. Man kann immer nur mit gleichen, ähnlichen oder dunkleren Farben abdecken. Dies bedeutet: Alles was schon in schwarz vorhanden ist, muss auch mit schwarz abgedeckt werden. Man kann auch die Farbe unter der Haut bis zu einem gewissen Grad „mischen“, d.h., ein Rot auf Grün tätowiert, ergibt einen bräunlichen Farbton. Rot auf Blau etwas violettes, Blau auf Gelb wird grünlich erscheinen usw. umgekehrt wird man zu einem ähnlichem Ergebnis kommen ;-)
Es ist vielleicht nicht jedes Motiv möglich und wird nicht zu 100% dem eigenen Wunsch entsprechen, aber wenn man es geschickt sticht, merkt niemand, dass unter dem neuen Motiv eine alte Tätowierung steckt. Man sollte also nach Möglichkeit versuchen, die Linien des zu überdeckenden Motivs in die Linienführung des „neuen“ Motivs so einzuarbeiten, dass es darin verschwindet. Je besser man dies bewerkstelligt, desto heller kann die Tätowierung aussehen und wirkt dadurch umso besser, vor allem aus der Distanz. Abdecken kann man mit allem, was keiner festgelegten Linienführung unterliegt, z.B. Drachen, Tiere (Körperform, Fellstruktur, Federn, Schuppen....), Pflanzen (Blüten – oder Blattformen und Ranken), diverse Hintergründe (Wasser, Wolkenstrukturen o.Ä.). Man kann das Ganze auch mit schwarzen Ornamenten/ Tribals kombinieren – Ein Tribal deckt schon so manches ab, ist aber nicht immer die eleganteste Variante, wenn es im Gesamteindruck zu dunkel erscheint. Tribals oder grosse schwarze Flächen an sich sind allerdings recht schwer zu überdecken.
Deshalb: Überlegt gut, was Ihr tut. Eine Übertätowierung ist zwar fast immer möglich, aber sollte, wenn man seine Tattoo- Idee ausreichend bedacht hat, eigentlich vermeidbar sein.
